Start Kindergrabstätte

Kindergrabstätte

Am 1. Juli 2010 wurde die erste Kindergrabstätte des Franziskus-Hospizverein Straubing-Bogen im Friedhof St. Michael in Straubing eingeweiht.
Dieses Kindergrab ist wichtig als Ort der Trauer der Angehörigen für ihre verstorbenen Kinder. Gerade zu früh geborene und verstorbene Kinder werden oft von der Umgebung nicht als Verlust für die Eltern wahrgenommen. Die betroffenen Eltern werden häufig vertröstet und finden oftmals wenig Verständnis.

Der Hospizverein übernimmt die Bepflanzung des Grabes und kommt für die Kosten der Kindergrabstätte und dessen Unterhalt auf. Eine Bepflanzung durch andere Personen ist nicht zulässig. Für die Beerdigung selbst entstehen den Eltern keine Kosten, das Gleiche gilt für die Gedenktafel aus Ton.
Die Beerdigung wird vom Krankenhausseelsorger, Herrn Pfarrer Hermann Berger (Tel.: 09421/710 6660) durchgeführt.

Auf der Grabfläche finden einheitliche Tontafeln mit den Namen der verstorbenen Kinder ihren Platz. Dazu nehmen die betroffenen Eltern mit der Ansprechpartnerin im Hospizverein unter der Telefonnummer 09421/62780 Kontakt auf.

Ein Hinweisblatt informiert über die Nutzung der Kindergrabstätte.

Im Friedhof St. Michael wurde jetzt eine zweite Kindergrabstätte errichtet, da die erste bereits voll belegt ist.

Eine Reise planen.

Zusammen stellt man sich vor, wie es werden wird. Man hat große Erwartungen, Pläne und Träume.

Ein Reiseführer wird gekauft. Informationen! Vorbereitet sein, alles richtig machen, nichts auslassen, man ersehnt das gemeinsame Erlebnis herbei. Vorfreude!

Ein Kind erwarten ist wie die Vorbereitung auf eine gemeinsame, lange Reise.
Und dann geht dieses ersehnte Kind den ersehnten gemeinsamen Weg nicht mit.
Es schlägt allein einen anderen, uns unbegehbaren Pfad ein - wohin nur?

Du bist ins Leere entschwunden
Aber im Blau des Himmels
Hast Du eine unfassbare Spur zurückgelassen
Im Wehen des Windes unter Schatten
Ein unsichtbares Bild.

(Tagore)

Eine Reise. Das ist die Idee, die hinter diesem Grab steckt.
Geborgen ist dieser kleine Hoffnungsmensch, doch er steht auf, tritt aus der Geborgenheit heraus und geht allein ins Blaue der Unendlichkeit.

Das Ensemble ist in der Diagonale angelegt und führt schließlich unseren Blick gen Unendlichkeit. Wir sind die Zurückgebliebenen, die nach oben schauen.

Natürlich ist es ein Wagnis, am Friedhof bunt zu arbeiten. Doch erstens erschließen sich die Farben aus der Idee, zweitens ist es ein Kindergrab.

Allen, die hier her kommen müssen, wünsche ich viel Kraft beim "Nachobenschauen", ich weiß selbst, wie es sich anfühlt.

Mignon Dobler
(Künstlerin des Grabmals)